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Liebesbegehren – Veronika Schmidt

May 16, 2019

AKTUELLER DENN JE - FRAUEN IN DER KIRCHE STEHT AUF - MÄNNER SOLIDARISIERT EUCH! PODCASTS

by Veronika Schmidt in Gleichberechtigung, Gott, Rollenbilder, Zusammenleben, Podcast, 2019


foto by sophia langner

foto by sophia langner

foto by sophia langner

foto by sophia langner

Liebe BLOG-Leserinnen, liebe BLOG-Leser

Das Gleichstellungsthema hat für den Moment hier auf dem BLOG die Sex-Fragen etwas verdrängt, aus aktuellem Anlass meines neuen Buches. Doch ich werde selbstverständlich auch künftig wieder Sex-Fragen beantworten. Zudem lassen sich die Themen BEDINGUNGSLOSE GLEICHBERECHTIGUNG und SEXUALITÄT gar nicht voneinander trennen. Wo Frauen unterdrückt und nicht gleichberechtigt sind, werden sie oft auch sexuell ausgebeutet. Wo Frauen gleichgestellt sind, profitieren Männer und Familien. Das Thema FRAU IN DER KIRCHE ist zudem erst grad so richtig lanciert. Es liegt eine greifbare Veränderung in der Luft - endlich!


In der christlichen Lebenswelt besteht nach wie vor ein Vakuum von nicht ausgesprochener, bedingungslos gleichstellender Freisetzung der Frau, die keine Missverständnisse mehr erlauben würde. Ebenso lässt sich die bedingungslose Gleichberechtigung der Geschlechter nicht von der Geschichte der Sexualität trennen und hat mit der Geschichte der Frau zu tun. Im Paradies waren sich die Geschlechter ebenbürtig zur Seite gestellt. Sie hatten den gleichen Auftrag: die Welt zu gestalten. Mit dem Rauswurf aus dem Paradies begann der Geschlechterkampf und damit die Frauenverachtung und die Dämonisierung der Sexualität, besonders der weiblichen.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Kirche endlich einen mutigen Schritt tut. Dass sie sich 500 Jahre nach der Reformation von Zwingli sagen lässt: “Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!” Die BEDINGUNGSLOSE GLEICHBERECHTIGUNG steht diametral der THEOLOGISCH BEGRÜNDETEN AUSGRENZUNG von Frauen aus Leitung und Verkündigung gegenüber. Diese hatte jahrhundertelang einen Namen, der dem grossen Apostel und seinem Umgang mit Frauen überhaupt nicht gerecht wird: PAULINISCHE DIENSTEINSCHRÄNKUNG. Die theologisch begründete Ausgrenzung von Frauen ist zusammen mit Armut eine der Hauptgründe für mangelnde Bildung von Frauen weltweit. Was erwiesenermassen eins zu eins Auswirkungen hat auf den Wohlstand von Familien: Starke Frauen gleich gesunde Familien.

Paulus setzte Frauen selbstverständlich als Leiterinnen ein, sah sie als Säulen der aufblühenden Gemeinden. Nach Paulus steht kein Geschlecht über dem anderen, ist keines besser als das andere. Diese «Ordnung» nach Galater 3,28 hatte Gott mit Mann und Frau im Sinn. Jesus hat den Grundstein für Gleichstellung der Geschlechter und damit für Geschlechterversöhnung längst gelegt. Sein Umgang mit Frauen war spektakulär. Die ersten Christen bauten tatsächlich auf diesem Vorbild ihre Gemeinschaften auf. Es ist längst nicht mehr an der Zeit, «Haupt» und damit die Einhaltung von Ordnungen zu proklamieren. Die Frage der Frau und die Frage der Sexualität ist gleichzeitig die von Freiheit und Gerechtigkeit der Geschlechter. Verbunden mit Selbstverantwortung und der Freiheit, selbst zu denken. Was wiederum der entscheidende Schritt wäre hin zur Anerkennung der bedingungslosen Gleichberechtigung der Frau - ohne Wenn und Aber.

Deshalb, hört die zwei Podcasts - und fasst Mut für die richtige Veränderung zugunsten der Versöhnung zwischen den Geschlechtern!
Herzlich - Veronika


DER PODCAST VON DINO & STEGO ZU “ENDLICH GLEICH!”- DAS FRAUENPROBLEM

DINO & STEGO - DAS FRAUENPROBLEM
Podcast von Christchindli

DIE PREDIGT - “ENDLICH GLEICH!” - ICF SCHAFFHAUSEN

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April 25, 2019

SEXUALITÄT UND GESCHLECHTERGERECHTIGKEIT

by Veronika Schmidt in Aufklärung, Christliche Lebenswelt, Gleichberechtigung, Gott, Liebe, Rollenbilder, Selbstverantwortung, Sexualethik, Podcast, 2019


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Die bedingungslose Gleichberechtigung der Geschlechter lässt sich nicht von der Geschichte der Sexualität trennen und hat mit der Geschichte der Frau zu tun. Die Frage der Sexualität ist gleichzeitig die von Freiheit und Gerechtigkeit der Geschlechter, verbunden mit Selbstverantwortung. Deshalb müssen wir über Sex reden und das grosse Bild sehen, wie Gott es gemeint haben könnte. Weckt in euch die Sehnsucht nach starken Männern und starken Frauen, vollkommen gleichgestellt. Miteinander, mit sich selbst und mit dem Schöpfer versöhnt.

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February 28, 2019

ON THE BASIS OF SEX - LIEBESPAAR AUF AUGENHÖHE

by Veronika Schmidt in Christliche Lebenswelt, Ehe, Rollenbilder, Zusammenleben, 2019


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Wir brauchen sie dringend, die Vorbilder liebevoller und gleichberechtigter Paare auf Augenhöhe. Vorbildliche selbstbestimmte Lebensentwürfe, die in ihrer Gestaltung keinem der beiden Geschlechter kulturell gewachsene Grenzen setzen. Vor allem keine Grenzen allein aufgrund des Geschlechts (engl. Sex). Eines dieser so wichtigen Vorbildpaare sind Ruth Bader Ginsburg und Martin Ginsburg. Ihre Geschichte zeigt der Film ON THE BASIS OF SEX , und der Dokumentarfilm RBG – EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT. Das Gegenstück einer gleichberechtigten Ehe sehen wir in – THE WIFE – dem Roman-Drama einer Frau, die ihre eigene Karriere ihrem Mann unterordnet und deren Genie ihn zum Literatur Nobelpreisträger macht. Alle drei Filme sind äusserst sehenswert.


KLEINE DAME – GROSSES FORMAT – RBG

Ruth Bader Ginsburg, 85 Jahre alt, 1 Meter 55 klein, fachlich herausragend, intellektuell brillant, dabei zurückhaltend, selbstbeherrscht und von eisernen Arbeitsdisziplin ist eine feministische Lichtgestalt und Ikone des liberalen Amerika und seit einem Vierteljahrhundert erfolgreiche Richterin am Obersten Gerichtshof der USA. Ruth Bader Ginsburg stammt aus bescheidenen Verhältnissen, verliert früh die Mutter, wächst als Jüdin in einer antisemitischen Umgebung auf. RBG – so lautet ihr inzwischen als “Hoheitszeichen” für Autorität, Integrität und Einfluss verliehenes Kürzel – erwirbt sich mit Einsetzen der sozialen Revolution in der 1960er-Jahren ein einzigartiges Fachwissen zum Thema Ungleichbehandlung von Mann und Frau. Dank ihrer hartnäckigen Arbeit und der Unterstützung durch ihren Mann beweist sie in Aufsehen erregenden Gerichtsverfahren die gesetzliche Diskriminierung auf der Basis des Geschlechts.

Doch nicht deswegen hat ihr Neffe Daniel Stiepleman ihren Werdegang verfilmt. Ihn beeindruckte vor allem das Paarleben von Tante und Onkel. Im Interview mit Bruno Ziauddin im DAS MAGAZIN sagt er:

«Als meine Frau und ich heirateten, haben wir uns gesagt: Wir möchten als Paar so sein wie Onkel Marty und Tante Ruth. Mehr als ein halbes Jahrhundert führten sie diese unglaubliche Ehe! Gleichberechtigt, liebevoll, partnerschaftlich.»

Und als Motivation für den Film meint er: «Ich hatte das Privileg, das von Nahem mitzuerleben, Dieses Geschenk wollte ich mit anderen Menschen teilen.» Laut ihrem Neffen verfügt Tante Ruth über die Superkräfte der Überzeugungskraft. Der Heldin zur Seite steht im Film wie im wirklichen Leben ein Held: Der Ehemann Martin, selbst erfolgreicher Steueranwalt und ein exzellenter Koch. Sogar ein Kochbuch gibt es mit seinen legendären Rezepten, “Chef Supreme”. Gekocht für die Mitglieder des Obersten Gerichts. In aller Selbstverständlichkeit reihte er sich ein in die Tradition der “Ehefrauen”, monatlich für das Gremium der Ehepartner am Gerichtshof zu kochen.

Auslöser für den Entschluss, die Geschichte dieses Paares zu erzählen, war eine an der Beerdigung von Onkel Marty aufgeschnappte Bemerkung. «Noch kurz vor seinem Tod habe Marty gesagt: Dass er Ruth auf diesen Fall hingewiesen habe, sei die wichtigste Tat seines Lebens gewesen. Das habe ihr die Möglichkeit eröffnet, all das für die Rechte der Frauen zu tun, was sie getan hat.» Daniel Stiepelman: «Ich dachte: Was für eine grandiose Geschichte – hier ist dieses Ehepaar, das vor Gericht für dasselbe kämpft, was es zu Hause lebt.» Der Neffe berichtet im Interview, dass ihn Geldgeber nicht die wahre Geschichte des liebevollen Ehemanns, der die Karriere seiner Frau durch dick und dünn unterstützt, erzählen lassen wollten. Das sei unglaubwürdig: Er muss wütend auf sie werden, ihr mindestens mit Scheidung drohen. Doch für den Drehbuchautor Daniel Stiepelman war klar:

«Die Art, wie diese Ehe funktioniert, und Martys Rolle darin, das ist genau der Punkt!»

DIE STORY: Junge Frau schafft es an eine der elitärsten Universitäten der Welt, überwindet jede Menge sexistischer Vorurteile, schliesst das Studium mit Bestnote ab, wird währenddessen Mutter, kümmert sich gleichzeitig um den an Krebs erkrankten Mann, besucht für ihn auch noch Seminare, damit er das Studium ebenfalls abschliessen kann. Später wird sie die wichtigste Anwältin für Frauenrechte, gewinnt einen Musterprozess nach dem anderen, erhält eine Berufung ins höchste richterliche Amt des Landes, an den obersten Gerichtshof der USA – und führt auch noch diese verdammt glückliche Ehe.


MIR LIEGT DAS THEMA AM HERZEN - WESHALB ES EIN WEITERES BUCH GIBT

Mich begeistern solche Lebensgeschichten, weil sie mir Mut machen, im eigenen Leben den Traum des versöhnten Miteinanders von Frau und Mann zu leben. Und damit vielleicht als Paar sogar selbst Vorbild zu sein für die Gegenwart und nachfolgende Generationen von Paaren. Nach wie vor träume ich den Traum der göttlichen Ordnung von Gleichberechtigung in der christlichen Lebenswelt, wie sie meiner Meinung nach von Anfang an gedacht war. Deshalb habe ich ein weiteres Buch geschrieben, das im Juni 2019 im SCM-Verlag erscheinen wird: ENDLICH GLEICH! – Weshalb Gott schon immer mit Männern und Frauen rechnet.

Ich will in diesem Buch aufzeigen, was in Bezug auf die Gleichstellung von Frau und Mann in der Vergangenheit der christlichen Lebenswelt schiefgelaufen ist. Denn ohne zu erkennen, was schiefläuft, gibt es keine Umkehr und keine Neuausrichtung. Erst Erkenntnis und Reflektion machen Veränderung möglich. Deshalb ist das Buch eine Aufforderung, genau hinzusehen und hinzuhören. In diesem Fall auf die Frage der Gleichberechtigung von Frau und Mann aus Gottes Blickwinkel. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, wir haben sie nicht gewählt und nicht geprägt. Aber für das Heute können wir aus den Schlüssen der Vergangenheit etwas ändern für ein Morgen, das dem entspricht, was sich Gott für uns Menschen, weiblich und männlich, gedacht hat – von Anfang an – wiederhergestellt mit der Menschwerdung von Jesus.

Wenig Freiheit und nicht wenig Verbitterung prägt das Miteinander der Geschlechter in Gesellschaft, Partnerschaft und christlicher Gemeinschaft. Das Geschlechterunverständnis tritt gerade einmal mehr hier wie dort offen zu Tage. Es ist die Chance der christlichen Lebenswelt, die eigene Geschichte der Ungleichstellung der Geschlechter schamvoll zu betrachten, daraus die richtigen Schlüsse für einen Wandel zu ziehen und in die Tat der Geschlechterversöhnung umzusetzen. Als Zeugnis für ein gottgewolltes, solidarisches Einssein von Frau und Mann. Wie ein solches Einssein ganz praktisch aussehen könnte, das zeigt uns das Beispiel von Daniel Stiepelmans Tante Ruth und Onkel Marty. Ich persönlich brauche das Geschenk von ermutigenden Vorbildern, wir alle brauchen diese Vorbilder. Lassen wir uns beschenken.

Herzlich - Veronika


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December 13, 2018

Ich habe einen unersättlichen Mann

by Veronika Schmidt in Ehe, Ehesex, Grenzen setzen, Konflikte, Liebe, Lust, männliche Sexualität, Rollenbilder, Selbstverantwortung, Zusammenleben, 2018


foto: romi yusardi

foto: romi yusardi

foto: romi yusardi

foto: romi yusardi

Liebe Veronika

Ich weiss nicht weiter. Mann Mann, 42 und ich, 41 stecken fest. Wir sind 15 Jahre verheiratet, christlich erzogen und aufgewachsen. Seit 2.5 Jahren weiss ich, dass er sich seit der Kindheit mit Selbstbefriedigung und später mit Pornografie beschäftigt. Woher das kommt, wissen wir nicht. Wir sind Umständen wie Isolation und Rückzug in der Kindheit, mangelndem Selbstwert und moralischer Lehre in der Jugend auf der Spur. Er denkt aber, dass diese Dinge nicht seine Sexualität direkt beeinflussen. Er kämpft mit einem guten Umgang seiner Sexualität und ist sehr bemüht, es richtig zu machen. Deine Bücher haben wir gemeinsam gelesen.

Unser Knackpunkt: Am liebsten möchte er täglich Sex – gerne auch mehr. Dabei will er sich begehrt fühlen und ich soll Lust empfinden – nur so kann er den Sex richtig geniessen. Wir verabreden uns fix viermal die Woche (in den Ferien steigt der Anspruch). Ich kann mich darauf einstellen, halte mich bis auf wenige Ausnahmen daran, habe teilweise Orgasmen, kann unsern Sex öfter auch geniessen, doch meistens ist es für mich anstrengend, in Stimmung zu kommen. Danach habe ich nicht das Bedürfnis, "es möglichst bald wieder zu wollen". Der nächste Termin steht zudem ja auch schon fest...

Initiative ergreife ich, weil es so abgemacht ist, nicht aus meinem Bedürfnis heraus. Kuscheln ohne sexuelle Berührung mag ich manchmal, doch weckt es bei ihm sofort das Bedürfnis nach mehr. Uns beschäftigt immer wieder die Frage: Wer ist näher an der Norm, wer muss sich ändern? Wie finden wir einen Konsens, wenn sich sein «Zuwenig» auswirkt auf sein Wohlbefinden, seine allgemeine Motivation und Lebensfreude? Was mache ich mit der Aussicht, dass er eventuell sexsüchtig ist? Er will seine Idealvorstellung nicht loslassen oder reduzieren.

Ich möchte auch meinen Anteil sehen und mich weiter entwickeln. Lustlosigkeit ist sicher ein Thema, ich komme nicht dazu, körperliche Nähe und Sex zu vermissen. Zudem bin ich stark ausgefüllt mit anderen Kontakten, Aufgaben und Beschäftigungen, die mir Freude machen. Ich spüre eine gewisse Co-Abhängigkeit und fühle mich mitverantwortlich dafür, ob er seine Lust mit mir ausleben kann oder zu anderen Lustquellen gezogen wird. Doch je länger wie weniger kann und will ich die Verantwortung tragen. Ich will ein gesundes Mass für unsere Ehe, für unsere schon grösseren Kinder, die fast keine Zeit mit uns am Abend verbringen können. Ich wünsche mir, dass mein Mann seine Bedürfnisse nach Annahme, Entspannung, Sicherheit, Bestätigung auch auf andere Weise (als Sex mit mir) abdeckt. Mit dieser hohen Frequenz und dem hohen Stellenwert möchte ich die Sexualität nicht mehr in unserer Beziehung leben.

Unsere Ressourcen sind, dass wir immer wieder darüber sprechen, zudem allgemein recht viel Zeit miteinander verbringen, erotische Abende planen, auch schon Wochenende zum Thema besuchten, an Ehekursen teilnahmen, um verbunden zu bleiben auf allen Ebenen. Wir wollen wirklich miteinander vorwärts gehen und Gottes Sicht gewinnen, im Gebet danach fragen, doch bisher fehlt uns die Antwort. Wie siehst Du unsere Situation? Was kann uns noch helfen?

Liebe Grüsse - Magda


Liebe Magda

Wenn Euch beiden der Sex an sich und diese wöchentliche Frequenz Spass machen, wäre dagegen überhaupt nichts einzuwenden. Dann wärt Ihr eines der Paare, die den erwiesenen Durchschnitt von ein- bis zweimal die Woche garantieren, denn es gibt auch sehr viele Paare, die diesen Schnitt deutlich unterschreiten oder sogar überhaupt keinen Sex haben.

Es gibt eine kanadische Studie zum Thema „sexuelle Häufigkeit in Bezug zu sexueller Zufriedenheit“, die besagt, dass einmal die Woche Sex ein Paar zufrieden macht. Weniger macht deutlich unzufrieden. Mehr macht nicht in dem Masse zufriedener, wie sich das derjenige vorstellt, der unbedingt mehr Sex möchte. Im Gegenteil. Nach einem befriedigenden Koitus stellt sich wohlige Eintracht ein. Dieses sexuelle Zufriedenheitsgefühl oder “sexual afterglow” (dt.: sexuelles Nachglühen) hält etwa 48 Stunden an und wirkt auch positiv auf das romantisches Miteinander grundsätzlich. Dieselbe “Afterglow”-Studie kommt handkehrum zu Schluss, dass täglicher Sex sogar unzufrieden mache, weil biologisch gesehen eine Energieverschwendung. Sex ist gut. Viel Sex ist nicht gut. Zu wenig auch nicht.

Es scheint, Du bist die Wellness-Oase Deines Mannes, die ihm hilft, seinen Stress abzubauen. Dass Dir diese Rolle nicht mehr gefällt, solltest Du Deinem Mann in einem konstruktiven Gespräch nochmals ausführen. Ebenso solltest Du zukünftig aushalten können, ihn zeitweilig zu frustrieren und zu enttäuschen. Das gelingt dann, wenn jedes von Euch für seine Sexualität ganz allein die Verantwortung übernimmt. Das könnte zum Beispiel heissen, dass Dein Mann für seine sexuelle Entspannung zwischendurch selbst besorgt ist und Dich (mindestens 48 Stunden) nicht mit einspannt. Findet neue Abmachungen für Eure gemeinsame Paarsexualität.

Euer Konflikt dreht sich wohl weniger um lustvolle Sexualität, als um Pflichterfüllung und vielleicht sogar um Übergriffigkeit. Denn eine aufgezwungene Sexualität ist ein Lustkiller. Wichtig in der Sexualität ist der Satz: „Nur wer NEIN sagen kann, kann auch JA sagen.“ Ich denke, das bedingt auch einen Weg des Umdenkens auf Deiner Seite. Hör auf damit, weiter die ganze Welt, inklusive Deinem Mann, glücklich machen zu wollen/müssen. Das ist wohl der Teil Deiner Kindheit und Vergangenheit. Ich beschreibe in ALLTAGSLUST Themen der Frau, wie “sich selbst ernst nehmen”, “für sich selbst einstehen”.

Sicher ist Eure Analyse in Bezug auf die Kindheit und den sexuellen Lernweg Deines Mann nicht falsch. Männer mit einem starken Bedürfnis nach Sex sollten sich Gedanken darüber machen, welche Funktion Sexualität in ihrem Leben innehat. Sex ist nicht immer gleich einem sexuellen Bedürfnis, sondern kann beinhalten, irgendwelche Sehnsüchte zu stillen, sich selbst zu spüren, seine Männlichkeit zu spüren, den Selbstwert zu bestätigen, die Nähe zum Partner ausschliesslich auf diese Weise erleben zu können oder aber auch einfache Grundbedürfnisse zu stillen, wie Stress abzubauen und zu entspannen. Eine Auseinandersetzung mit diesen Themen könnte Deinem Mann helfen, sich diese Bedürfnisse auch anderweitig und selbst zu stillen. Menschen mit viel Lust sind meist davon überzeugt, ihr Verlangen lasse sich nur durch häufigen Sex stillen. Lust und Erfüllung geschieht aber eher, indem man aufhört, einem «Mehr» hinterherzujagen und stattdessen in ein «Anders» investiert. Es ist ein Problem, wenn Dein Mann denkt, er könne nur glücklich werden, wenn er Sex möglichst häufig ausleben kann. Damit ist er ein Gefangener seiner Wünsche und Bedürfnisse. Es gibt weder ein Recht auf Sex in der Ehe noch darauf, Sex auf eine bestimmte Weise ausleben zu können.

Es wäre schön, Dein Mann liesse sich gewinnen für einen neuen Weg, seine sexuellen Wünsche in die Wahrnehmung seines eigenen Körpers zu investieren und zu sich selbst zu finden. Das neue Männerbuch MÄNNER - Körper. Sex. Gesundheit von Ann-Marlene Henning kann ich Euch als gemeinsame Lektüre sehr empfehlen. Eine weitere Lektüre, sich mit dem eigenen Männerbild auseinanderzusetzen ist das Buch MÄNNLICHKEIT LEBEN - die Stärkung des Maskulinen von Bjørn Thorsten Leimbach.

Dir persönlich wünsche ich, dass Du in eine entspanntere lustvollere Sexualität kommst, zu der Du Dich nicht nur Deinem Mann zuliebe einlässt, sondern Dir darin eigene Wünsche und Bedürfnisse stillst. Wie das geht, findest Du ja in meinen Büchern (Stichworte: Beckenboden, Loslassen, Beckenschaukel, Lust wecken, Lust erleben etc.).

Herzliche Grüsse - Veronika


Ähnlicher Blog: Dreimal Sex die Woche und immer noch unzufrieden

Und hier ein weiterer Link zu Sexsucht von Peter Gehrig


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November 22, 2018

BITTE SEHT EUCH DEN FILM #FEMALE PLEASURE AN!

by Veronika Schmidt in Christliche Lebenswelt, Gleichberechtigung, Gott, Rollenbilder, Sexismus, Sexualethik, Zusammenleben, 2018


female_pleasure.jpg
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BITTE, BITTE, BITTE MÄNNER UND FRAUEN - SEHT EUCH DIESEN FILM AN!

Er läuft JETZT in den Kinos in der Schweiz und in Deutschland

Weshalb sollten wir alle diesen Film gesehen haben? Weil er uns Erklärungen und Lösungsansätze liefert für das grösste Missverständnis der Menschheit - RELIGION, FRAU & SEXUALITÄT - und den damit einhergehenden drastischen Konsequenzen für alle, Männer, Frauen und Kinder. “Mit dem Schweizer Dokumentarfilm #Female Pleasure kommt der wichtigste Film des Jahres in die Kinos”, schreiben die Medien. Ihr dürft ihn auf keinen Fall verpassen. Denn er führt uns vor Augen, was viele noch immer nicht hören und sehen wollen: Dass die Unterdrückung der Frau und ihrer Lust in allen Religionen und Konfessionen, noch immer, ein riesiges Problem mit gravierenden Folgen darstellt, zementiert durch die patriarchalen Strukturen. Die Schweizer Regisseurin Barbara Miller porträtiert im Film fünf Frauen aus verschiedenen Weltreligionen und zeigt ihre berührenden Geschichten. Ich bitte euch Männer, hört wenigstens einmal diesen Frauen zu, denn diese Geschichten haben mit euren eigenen Müttern, Frauen und Töchtern zu tun.

Brutale Praktiken, Missbrauch, sexuelle Unterdrückung und latente Missachtung und Ungleichbehandlung der Frau finden nicht bloss “bei den anderen” statt, sondern mitten in unserer Gesellschaft. Die Doku zeigt, dass auch in modernen, westlichen Metropolen wie London Genitalien von Frauen brutal verstümmelt werden. Dass in jüdisch-ultraorthodoxen Communitys in New York Frauen für die Gesellschaft unsichtbar gemacht und zu Heirat und Sex mit ihnen völlig “Fremden” gezwungen werden. Dass in einem Land wie Japan Penisse kulthaft verehrt werden, während über Vulvas/Vaginas zu sprechen strafbar ist, weil obszön. Dass im System der katholischen Kirche Ordensfrauen in ihrer Persönlichkeit “völlig entkernt” und von Ordensmännern missbraucht werden.

Trotz den happigen und auch Wut auslösenden Geschichten zieht der Film nicht nach unten, sondern macht Mut. Denn diese Frauen sind keine Opfer, sondern selbstbestimmte Gestalterinnen ihres neuen Lebens. Dieser Kämpferinnen-Geist springt auf einen über und ermächtigt, sein eigenes Leben mit neuen Augen und Kraft zu sehen. Mich haben zusätzlich die Männer im Film berührt: Für den, der zuhört und hinsieht, ist nichts mehr wie vorher!

#FEMALE PEASURE, der TRAILER

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© by Veronika Schmidt. Publikation, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.