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Liebesbegehren – Veronika Schmidt

October 20, 2017

DANKE, DANKE, DANKE!

by Veronika Schmidt in Aufklärung, Buch, Ehesex, Fragen, Lust, Liebe, Meistgelesen!, 2017


foto: liebesbegehren

foto: liebesbegehren

foto: liebesbegehren

foto: liebesbegehren

Liebe Veronika

Ich wollte Dir einfach mal Danke sagen!! Danke für Deine Bücher und Deinen Blog, welche viele Menschen und Ehen verändert haben. Ich hoffe, Du weißt, was für einen immens positiven Einfluss Du auf unsere christliche Gesellschaft und auf so viele, besonders junge, Ehen hast.

Meine Mann und ich haben beide Deiner Bücher gelesen, sie haben uns sehr inspiriert. Obwohl wir ziemlich schnell befriedigenden und leidenschaftlichen Sex "erlernten", haben wir uns durch Deine Bücher nochmals ganz neu entdeckt und noch mehr Lust auf Lust im Alltag entwickelt :-) .

In unserer Kirche bin, aus welchem Grund auch immer, ich diejenige, zu der viele junge, oft frisch verheiratete, Frauen kommen. Sie wünschen sich irgendwelche Tipps, weil sie von ihrer Sexualität frustriert sind. Mir ist es ein riesiges Anliegen, dass Wissen über sexuelle Fähigkeiten, aber auch einfach die nackte, unverschämte Leidenschaft in den Schlafzimmern Einzug hält. Es ist für mich dramatisch und bestürzend, wie wenig das, besonders bei Christen, der Fall ist.

Frauen kommen nach der Hochzeit zu mir und fragen mich, wie wir das eigentlich mit der Verhütung machen... vorher war das für sie offenbar kein Thema... und wundern sich, dass ihre Männer das nicht liebevoll finden. Aber das weißt Du sicher besser als ich. Wenn ich mit meinen Ideen nicht weiter komme, empfehle ich immer Deine Bücher :-) . Deshalb, vielen Dank dafür!!

Es ist so schön, zu wissen, dass Du Dich für Identität und guten Sex, gegen Vorurteile und Klischees, gegen deprimierende Gewohnheiten und Verklemmtsein einsetzt und für den Menschen bist.

Bitte, bitte - mach weiter! Herzlichst, Deine Katharina, 28 Jahre


Liebe Katharina

Ich werde weitermachen und dranbleiben. Wenn auch in Zukunft mit BLOG-Schreiben nicht mehr ganz in dieser hohen Frequenz, wie bisher. Die vier vergangenen Jahre waren für mich eine aufregende, aber auch intensive Abenteuerreise. Neben meinem vollen Beratungsalltag hat sich ein ganz neues Feld eröffnet durch die Sex-Predigten, das Bücherschreiben und den BLOG. Mails wie Deines erreichen mich immer wieder und geben mir Rückenwind. Gerade eben schrieb eine 35-jährige Frau: "Vielen Dank für Deine beiden Bücher und Deine Arbeit hier mit dem Blog. Bei mir (und somit auch bei meinem Mann) hat sich so vieles im Bereich Sex zum Guten verändert. Das Buch Liebeslust hat dazu geführt, dass wir häufiger miteinander schlafen. Jetzt lese ich gerade Alltagslust und freue mich auch, dass wir beide noch mehr Freude in dem Bereich erleben. Dankeschön, dass Du als Christin quer denkst und das auch öffentlich mitteilst."

Von Beginn weg, seit März 2015, stösst der BLOG auf reges Interesse. Im Jahr 2016 wurden bereits über 28'600 Besuche registriert. Nun sind bis Mitte Oktober für das Jahr 2017 schon 39'800 Besuche erfasst. Das Buch LIEBESLUST wurde bis jetzt 10'000 Mal verkauft und geht soeben in die 5. Auflage. Das Buch ALLTAGSLUST führt momentan die verlagsinterne Bestsellerliste an. Ich bin also sehr, sehr glücklich - das Thema erreicht die Menschen und verändert die christliche Lebenswelt.

Liebe Katharina, es braucht noch viel mehr so motivierte Menschen wie Dich, die mutig eine Sprache finden zu Sexualität, damit das Thema Kreise zieht und aus der Tabuzone herausbefördert wird. Wer weiss, vielleicht wächst ja für Dich daraus eine Berufung. Das wünsche ich Dir.

Herzliche Grüsse - Veronika

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June 16, 2017

Er zwingt mich in Lack und Leder

by Veronika Schmidt in Ehe, Ehesex, Erektion, Erektionsstörung, Grenzen setzen, Konflikte, männliche Sexualität, Porno, Selbstgefühl & Selbstwert, Selbstverantwortung, Sextoys, 2017


lackundleder.ipg
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Liebe Veronika

In einer Deiner Antworten bin ich auf die kurze Erklärung gestossen, dass wenn ein Mann beispielsweise eine Intimrasur oder bestimmte Kleidung von der Frau fordert, dies mit seinem eigenen Unvermögen, sich zu spüren, zu tun haben könnte. Gerne würde ich mehr dazu wissen. Wir sind über 20 Jahre verheiratet und mein Mann hat sich schon vor der Hochzeit Bilder von Frauen in Lack-/Lederkleidung angeschaut. Mit viel Druck verlangte er von mir, solche Bekleidung anzuziehen und kaufte sie mir auch ohne meine Zustimmung. Sein Argument - dies würde ihm helfen, mir treu zu bleiben. Nach anfänglichem Widerstand habe ich bald aufgegeben, weil er mir klipp und klar vermittelte, es wäre mein Problem, wenn ich damit nicht umgehen könne. Er wünscht sich Intimrasur von mir, will, dass ich figurbetonte Kleider im Alltag trage, weil er eine attraktive Frau an seiner Seite möchte. Im Bett soll ich auf ihm sitzen, also eine Stellung über ihm einnehmen. Das hilft ihm, zum Orgasmus zu kommen. Geschlechtsverkehr ist praktisch nicht möglich, da sein Glied nicht steif genug wird.

Ich bin zutiefst verletzt und habe inzwischen jegliche Gefühle für meinen Mann verloren. Meine grosse Not ist, dass ich mich für seine Vorlieben benutzt fühle. Wehre ich mich, vermittelt er mir, ich hätte ein Problem. Da ich wegen massivem emotionalem und körperlichem Missbrauch in meiner Kindheit in Therapie bin, wird diese These natürlich für ihn bestätigt. Aber was könnte mit seiner Gefühlswelt sein?

Vielleicht kannst Du etwas Licht in die Sache bringen....

Henrietta, 45 Jahre


Liebe Henrietta

Du zweifelst zu Recht, ob das bei Euch liebes- und beziehungsfördernd abläuft, wenn es sich tatsächlich so zuträgt, wie Du schilderst. Wie bewusst Dein Mann hier seine Probleme auf Dich überträgt, kann ich Dir nicht sagen, aber er tut es. Du solltest unbedingt die Kraft finden, Dich von jeglicher Manipulation und Erpressung abzugrenzen. Denn wenn Du hierbei mitmachst, ohne es wirklich zu wollen, wirst Du keine Selbstachtung aufbauen können. Und Du wirst die Achtung vor Deinem Mann gänzlich verlieren, nachdem schon die Gefühle auf der Strecke geblieben sind.

Ich vermute, nicht nur bei Dir, sondern auch bei Deinem Mann lauert eine schwierige sexuelle Lerngeschichte im Hintergrund. Ihr beide habt die Lebensaufgabe, zu erkennen, wer Ihr seid, auf Euch stolz zu sein, Euch liebenswert zu erleben, Euch sexuelle Selbstsicherheit anzueignen und Euch in Eurem Geschlecht und Körper zu Hause zu fühlen. Doch leider wollen Frauen und Männer in einer Beziehung oft ihre eigenen Defizite vom anderen gestillt bekommen – wodurch sie sich leider oft gegenseitig zu sehr fordern und damit überfordern.

Dir sexuelle Vorgaben zu machen, ist der verzweifelte Versuch Deines Mannes, irgendwie zu einer Erektion und zu sexueller Erfüllung zu kommen. Denn Erektionsprobleme geben Männern das Gefühl, nicht ganz Mann zu sein. Sie sind dadurch total verunsichert. Der Sexologe Jean-Yves Desjardins sagte einmal: „Männer sind Riesen auf tönernen Füßen – sehr fragil.“ In dieser Bedrohungslage suchen sie dann die Lösung in allerlei Aussenkicks wie Stellungen, Bilder, Lack und Peitsche usw. Doch das bringt ihnen keine zuverlässige Erektion. Die kann ihnen nur ihre eigene Körperwahrnehmung bringen und das Umlernen ihrer Erregungsquellen und ihres Erregungsmodus. Für einen Mann ist es etwas vom Schwierigsten, sich Erektionsprobleme einzugestehen. Und schwierig, deswegen Hilfe zu beanspruchen. Männer haben Angst, ihre Verletzlichkeit zu zeigen, gleichzeitig aber eine Sehnsucht danach, diese zugeben zu dürfen und trotzdem ganz Mann zu sein.

Viele Männer sind sexuell in den pubertären Anfängen und Gewohnheiten stecken geblieben. Sie haben nicht gelernt, ihre Emotionen und ihren Körper gut zu spüren. Ihnen würde neu gelernte Selbststimulation mehr Bewusstheit und Selbstwahrnehmung bringen. Bewusste Selbstliebe erweitert das sexuelle Repertoire, die sexuellen Möglichkeiten und beugt Erektionsproblemen vor oder wirkt ihnen entgegen. Bewusste Selbstliebe als Therapie braucht Zeit und Wiederholungen, um eingefahrene Gewohnheiten zu ändern. Veränderung einüben bedeutet auch, erstmal in der Selbstbefriedigung Bilder, Fantasien und Aussenkicks wegzulassen. Was oft erst zu Folge hat, dass gar nichts mehr klappt. Der Körper muss neue Dinge erst kennenlernen.

Deinem Mann würde eine professionelle Sexualberatung neue Türen öffnen. Eine Sexualberatung nach Sexocorporel könnte Ihm helfen, seinen Körper und seine Sexualität neu kennen zu lernen. Er ist genauso wie Du gefordert, seinen eigenen, ganz persönlichen Weg zu suchen und zu gehen. Das kannst Deinem Mann zwar vorschlagen, ihn aber nicht zwingen, sich zu verändern oder Beratung in Anspruch zu nehmen. Deshalb solltest Du Dich vor allem um Veränderung in Deinem eigenen Verhalten bemühen. Vielleicht solltest Du riskieren, zu schauen, was passiert, wenn Du nicht mehr mitspielst. Du kannst lernen, Dich abzugrenzen, Deine Frau zu stehen, gut für Dich selbst zu sorgen, Deinen eigenen Körper und Deine Sexualität zu erforschen und zu entdecken, was Du denn selbst für sexuelle Wünsche hast. In meinem neuen Buch ALLTAGSLUST spreche ich alle diese Themen ausführlich sowohl für Mann wie Frau an.

Ganz zuletzt braucht Ihr vielleicht zusammen professionelle Gespräche, um Eure sexuelle Ehe- und Vorehe-Lerngeschichte offen ansprechen zu können. Dafür wünsche ich Euch viel Mut.

Herzlich - Veronika

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May 19, 2017

Enttäuschendes Liebesleben wegen der Krankheit meines Mannes

by Veronika Schmidt in Beckenschaukel, Ehesex, keine Lust, Konflikte, männliche Sexualität, Schmerzen beim Sex, Selbstverantwortung, Stress, Zusammenleben, Krankheit, 2017


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Hallo Veronika

Es ist etwas kompliziert. Mein Mann leidet unter einer Krankheit, die bewirkt, dass er unter ständiger muskulärer Anspannung steht. Diese Spannung geht aus von den Muskeln im oberen Rückenbereich und setzt sich fort durch den ganzen Körper bis in den Darm und Anusbereich. Sport hilft nicht, sondern verschlimmert alles noch.

Das hat Auswirkungen auf unser Sexleben. Wir schlafen kaum miteinander. Und wenn, muss ich damit anfangen, von sich aus kommt er nie zu mir. Er lässt sich gerne streicheln und auch oral befriedigen, dazu sagt er nie nein. Dazu musste ich mich aber, ehrlich gesagt, schon sehr überwinden. Doch ich tue es, damit wir Sex haben können. Nach dem Sex verkrampft sich sein Körper leider meistens noch mehr und er hat Schmerzen im Darm und Anus.

Ich habe schon oft über unserer Situation bitter geweint. Mein Mann gelobte zwar Besserung, doch nichts passierte. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir einen Tag in der Woche oder alle zwei Wochen Zeit für uns nehmen, und uns nur streicheln und schauen, ob was draus wird. Er sagt, er vergisst den Sex einfach.

Leider wird meine Lust auch immer kleiner. Je mehr ich auf Sex mit ihm hoffe, desto enttäuschter bin ich, wenn nichts von ihm kommt. Deshalb dauert es nun oft Monate, bis wir wieder zusammen sind. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich habe meinem Mann vorgeschlagen, wir könnten das Thema Sex endgültig beerdigen, damit ich besser damit umgehen kann und er seine Ruhe hat. Doch das möchte er nicht, weil wir dann in seinen Augen keine richtige Ehe mehr führen. Ich weiß aber wirklich nicht was ich sonst noch tun soll.

Vielen Dank für das offene Ohr. Britta, 35 Jahre


Liebe Britta

Körperliche Einschränkungen sind leider ein grosser Sexkiller und brauchen von beiden Seiten Verständnis und die Bereitschaft, sich nicht entmutigen zu lassen. Zudem ist die Lust ein anfälliges Ding im Laufe einer Beziehung. Einige Umstände sind bei Euch sicher speziell, andere einfach Tatsachen, mit denen viele Partnerschaften zu kämpfen haben.

Es ist gut, wenn Du die Initiative ergreifst und Dir holst, was Du brauchst. Es ist nichts Aussergewöhnliches, dass die Initiative meist mehr vom einem Partner ausgeht. Darüber würde ich mir schlicht keinen Kopf mehr machen und das nicht als Ablehnung interpretieren. Aber achte dabei darauf, dass Du Dinge tust, die Dir Spass machen und zu denen Du Dich frei fühlst. Dazu gehört auch, dass Du ungeniert die Hand Deines Mannes führst, damit auch Du zu lustvollen Berührungen und zum Orgasmus kommst. Deine Idee ist gut, dass Ihr Euch Zeiten der Nähe und Zärtlichkeiten fest einplant. Einmal die Woche ist ein realistischer Vorsatz, der Euch die nötige Verbundenheit bringt. Versucht auch, Euch gegenseitig zu stimulieren und Lust und Befriedigung zu verschaffen, ohne zu penetrieren. Denn dann könnt Ihr ganz entspannt zusammenliegen.

Aufgrund Deiner Schilderungen könnte ich mir gut vorstellen, dass sich durch die Muskelkrankheit der Beckenboden Deines Mannes in der Erregung total verkrampft. Das würde die starken Schmerzen in diesem Bereich erklären. Deshalb würde ich Euch empfehlen, gezielte Entspannung der Beckenregion durch spezifische Übungen zu erlernen. Denn Erregungssteigerung funktioniert hervorragend durch entspannte, wellenförmige Beckenbewegungen und Beckenbodenmuskeln, die vor allem gut loslassen können, sich aber auch vielfältig bewegen lassen. Ein sehr gutes Wahrnehmungstraining für den Körper ist die Feldenkrais Methode (www.feldenkrais.de oder www.feldenkrais.ch). Diese Methode kann zudem Deinem Mann grundsätzlich helfen, seinen Körper mehr zu entspannen.

In meinem nächsten Buch ALLTAGSLUST – ganz entspannt zum guten Sex, könnt Ihr viele Anregungen finden für gegenseitige lustvolle Aktivitäten und Stimulation, entspannte Sexstellungen, dazu Ausführungen, wie die Lust funktioniert und welche Beziehungsmechanismen das Liebesleben belasten. Das Buch lehrt Euch lustvolle Berührungen, eine differenzierte Körperwahrnehmung und eine ganzheitliche Entdeckung der Sexualität, die viel Genuss bringt. Ihr findet im Buch ebenfalls ausführliche Erklärungen und Übungen für die Entspannung des Beckenbodens. Denn für die allermeisten Menschen ist der zu angespannte Beckenboden das grösste Problem beim Sex.

Den Sex ad acta legen, finde ich keine gute Idee. Das wird Euch nur Frust bringen und Euch voneinander entfernen. Ich hoffe, dass Ihr zusammen einen guten Weg der Besserung findet und grüsse Dich herzlich - Veronika

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May 5, 2017

Meine liebe Mühe mit oraler Stimulation

by Veronika Schmidt in Buch, Ehesex, keine Lust, Lust, zu früh Kommen, Oralsex, Orgasmus, 2017


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Hallo Veronika

Ich tue mich schwer mit der Erektion meines Mannes - also um genau zu sein, mit dem Samenerguss - er ekelt mich ein bisschen. Auch seinen Penis finde ich nicht besonders erotisch. Er fühlt sich zwar schön und glatt an, und anfassen und streicheln tue ich ihn eigentlich gerne. Mittlerweile nehme ich ihn auch in den Mund – vorausgesetzt er ist gewaschen – sonst graust mich der Harngeruch. Geht das nur mir so?

Mein Mann liebt es, wenn ich seinen Penis in den Mund nehme, und würde auch sehr gern in meinem Mund kommen. Doch ich muss dann meinen Brechreiz unterdrücken und mich in meinem Kopf total drauf einstellen, damit ich das schaffe. Andererseits küsst und leckt er meine Vagina sehr gern, das macht ihn auch an. Ich wiederum mag das sehr, auch wenn ich mich oft wundere, dass er das so liebt. Ich komme fast nur auf diesem Weg zu einem Orgasmus, insofern ist es sozusagen unfair. Er küsst recht häufig meine Vagina und ich seinen Penis selten - das frustriert ihn.

Ich will ihm nicht sagen, dass es mich ekelt - er merkt es zwar – aber es würde ihn kränken. Er fühlt sich eh schon schlecht, weil er gern viel mehr Sex hätte. Seit der Geburt unseres 3. Kindes finde ich schwer zurück zu meiner Lust und Leidenschaft, obwohl ich mich danach sehne. Ich fühle mich so bedrängt von seinen Erwartungen,  dass ich gar nicht mehr zu meiner Freiheit finde, um zu fühlen, was ich eigentlich gern hätte oder gerne tun würde.

Was kannst Du mir raten? Luisa, 36 Jahre


Liebe Luisa

Das geht nicht nur Dir so. Keine Frau möchte einen ungewaschenen Penis in den Mund nehmen. Ihn gründlich zu waschen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Doch selbst dann mache ich die Erfahrung, dass Männer lieber oral befriedigen als Frauen. Und sie würden es natürlich auch gerne bekommen. Zusätzlich in den Mund zu ejakulieren, ist ein Supplement, das man ruhig separat betrachten und auch ablehnen darf. Du entscheidest, ob Du Sperma in den Mund nehmen möchtest - und ob Du es herunterschluckst oder ausspuckst. Sperma ist gut verträglich, sofern damit keine sexuelle Infektion übertragen wird. Das Ejakulat des Mannes ist reich an Vitaminen und Proteinen.

Ich würde Dir raten, im Sex vor allem das zu tun, was Dir Spass macht, damit Du ihn überhaupt von Herzen wollen willst. Denn wir wollen nur, was wir mögen. Befreie Dich davon, dass Du die Erwartungen (die ausgesprochenen oder vielleicht auch nur interpretierten) Deines Mannes erfüllen solltest. In der Sexualität funktioniert vor allem, wenn wir darauf schauen und tun, was uns selbst gut tut. Das bringt automatisch auch dem anderen mehr Lust und Spass. Denn in der Regel können wir nicht geniessen, was der andere mit Widerwillen tut. Ich denke, Dein Mann hätte sicher Spass daran, dass Ihr überhaupt Sex habt und Du Lust darauf. Der Sexpartner mag vor allem, wenn der andere seine Lust zeigt. Deshalb, lass Dich ruhig oral verwöhnen. Gib Dich Deiner Lust mit Deinem ganzen Körper mit Bewegungen, Atem und Stimme hin, Dein Mann wird es lieben. Sorgt dafür, dass ihr Euch regelmässig Zeit dafür reserviert, sicher einmal die Woche. Viele Partner (wahlweise auch Frauen) hätten zwar gerne mehr, sind aber damit zufrieden, wenn sie darauf zählen können, dass es Sex wirklich gibt.

Die spontane Lust bleibt leider im Laufe einer längeren Beziehung meist auf der Strecke, was aber nicht weiter schlimm ist, wenn wir wissen, wie die Lust funktioniert. Der Auslöser für die Lust auf Sex ist, ob wir empfänglich für sexuelle Stimuli sind.  Sexuelle Stimuli können emotionaler oder gedanklicher Austausch sein, Austausch von Blicken, Berührungen, Küsse und der Übergang zu eigentlicher sexueller Stimulation. Mündet dies in eine befriedigende sexuelle Begegnung, kann sich ein Zyklus der Lust in Dir etablieren, der sich beim Gedanken an Deinen Partner oder das letzte lustvolle Zusammensein in Gang setzt, und Du innerlich neu erregt wirst und Lust bekommst. So gesehen geht dem Verlangen immer die Stimulation voraus. Dadurch wird die Erregung erhöht, welche dazu beiträgt, dass der weitere Sexakt befriedigend verläuft, weshalb man ihn wieder haben möchte. Deshalb ist es für Dich wichtig, dass Du Dich so weit loslassen kannst, dass Du Dich äusserer Stimulation hingeben willst.

Ich möchte Dir Mut machen, über diese Zusammenhänge mit Deinem Mann zu sprechen, auch über alle Deine Bedenken gegenüber dem Penis im Mund. Wenn er versteht, dass für Deine Lust vor allem wichtig ist, dass Du lustvoll berührt wirst und Du Dich hingeben kannst, wird er vielleicht auch Verständnis dafür haben, dass Du einige Dinge nicht tun möchtest.

Viele Männer mögen Oralverkehr, weil sie die Stimulation ihres Penis mögen. Doch das kannst Du auch mit Händen und Zunge bewirken, ohne den Penis ganz in den Mund nehmen zu müssen. Die Hand kann dabei um den Schaft des Penis sein und gleichzeitig bist Du mit dem Mund aktiv. Zusätzlich genussvoll dafür kann ein spezielles Gleitgel sein, z.B. „SWEET“ von Suooni, das essbare Massagegel mit Erdbeer- oder Vanillegeschmack, das man abküssen kann und Wärme entwickelt, wenn man es anhaucht.

Wenn Ihr noch etwas Geduld habt - am 1. August 2017 wird mein neues Buch „ALLTAGSLUST – ganz entspannt zum guten Sex“ erscheinen. Darin beschreibe ich unter anderem viele lustvolle Stimulationstechniken für das Liebespiel von Frau und Mann.

Herzliche Grüsse - Veronika

Erscheint am 1. August 2017
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Wie es mit der Liebeslust im Alltag klappt
Jeder möchte es, kaum jemand weiß, wie es geht, und nur hinter hervorgehaltener Hand wird darüber gesprochen: vom guten, lustvollen Sex. Nach dem Erfolg von LIEBESLUST gibt die Sexologin Veronika Schmidt einen Leitfaden für die Praxis im Alltag und beantwortet in gewohnt erfrischender und unverkrampfter Weise die entscheidenden Fragen: Was ist guter Sex? Was hindert guten Sex und was fördert ihn? Und wie klappt das im normalen Leben? Mit echten Beispielen aus der Beratungspraxis gibt die Autorin Einblicke in die Schwierigkeiten, mit denen Ehen zu kämpfen haben, und sie gibt Tipps und Hilfen, wie aus dem Liebesfrust die Liebeslust werden kann. Veronika Schmidt ermutigt auch Sie dazu, die Sexualität, die Gott uns bewusst geschenkt hat, neu zu entdecken und sie lustvoll auszuleben.
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March 10, 2017

Bis dass die Hintertüre euch scheidet

by Veronika Schmidt in Aufreger, Ehesex, Konflikte, Porno, Sextoys, Analsex, 2017


hintertuere.ipg
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Hallo Veronika

ich bin seit mehreren Jahren mit meinem Mann verheiratet und immer wieder kommt es dazu, dass er den Wunsch äußert, Analsex zu haben. Neuerdings hat er Sexspielzeuge gekauft für den Analsex (er möchte die auch gerne bei sich benutzen). Mich erschreckt es ehrlich gesagt ziemlich, und ich finde es auch irgendwie abartig und deshalb habe ich ihm gesagt, dass ich das nicht machen möchte und auch nicht will, dass er sich selbst Anal befriedigt. Leider haben wir seither richtig Probleme in unserem Sexleben. Uns beide belastet das Thema und ich weiss einfach nicht weiter. Hast du einen Rat für uns?

Hella, 32 Jahre


Liebe Hella

Du hinterlässt mir keine Email-Adresse, weshalb ich Dir keine persönliche Antwort zustellen kann. Normalerweise beantworte ich anonyme Fragen nicht. Aber weil das Thema auch ein Dauerbrenner in meinen Beratungsstunden ist, schreibe ich trotzdem etwas dazu. Mein Rat an Dich ist: Bleib Dir selbst treu und mach nichts, dass Du nicht willst. Gleichzeitig suche das Gespräch mit Deinem Mann, vielleicht findet Ihr auch einen Kompromiss. Und setzt Euch zusammen damit auseinander, wie Ihr in Eurer Sexualität mehr spüren und erleben könnt, indem Ihr den Körper, Berührungen und Stimulation bewusst einsetzt.

Einige Männer sind irgendwann dermassen auf Analsex fixiert, dass sie denken, nicht mehr glücklich werden zu können, wenn sie ihn nicht bekommen. Die Frauen sagen mir, ihr Mann wolle unbedingt Analverkehr und lasse ihr keine Ruhe, doch für sie sei Analverkehr unvorstellbar. Die Männer klagen, ihre Frau wolle sich partout nicht darauf einlassen, er aber könne und wolle nicht länger darauf verzichten. Analsex kann zum Scheidungsgrund werden, weil sich nicht erhörte Männer erlauben, ihn auswärts zu holen, weil sie ihn ja zu Hause nicht haben können. Ich habe etlichen Männern in meiner Beratung auseinandergesetzt, dass sie kein Recht auf bestimmte Sexualpraktiken haben. Analverkehr ist ein großer Streitpunkt. Neben den Frauen, die ihn total ablehnen, gibt es Frauen, die ihn sehr mögen, andere lassen ihn widerwillig über sich ergehen, vor allem junge Frauen. Analsex ist eine verbreitete Praxis unter jungen Menschen, um eine Schwangerschaft zu verhindern und vermeintlich die Jungfräulichkeit zu erhalten.

Doch was macht Analsex dermassen zum heiligen Gral, dass einige dafür ihre Ehe und Familie opfern? Ein wichtiger Grund ist sicher die Dauerpräsenz im Pornofilm. In den Pornos bekommt der Mann den Analverkehr vorgeführt. Und je mehr er ihn sieht, desto mehr will er ihn haben. Auch der Kick des "Verboten-Schmutzig" spielt eine Rolle. Es ist die aufregende Vorstellung, die Männer reizt und erregt, auch „das Loch mehr“, wie es die Sexologin Dania Schiftan ausdrückt. Ein Mann, der „ihn“ hatte sagte: „Es gibt ja nichts Brennenderes, als unbefriedigtes Verlangen oder unerfüllte sexuelle Fantasien. Analsex darf man auch nicht überbewerten und wenn man eine Partnerin hat, die diesbezüglich keine Tabus kennt, wirst du feststellen, dass es dich nach geraumer Zeit wieder nach vorne drängt…“

Ein weiterer Grund kann die Art und Weise sein, wie sich ein Mann erregt. Ist er für seine Erregungssteigerung auf grossen Druck angewiesen, wird er deswegen Analverkehr als Variante bevorzugen. Der Anus ist enger als die Vagina, was Männern entgegen kommt, die sich durch die Masturbation mit der Hand einen härteren Griff gewohnt sind. Wer sich beigebracht hat, sich über viel Druck zu stimulieren, bekommt vielleicht Schwierigkeiten im Paarsex. Das gilt auch für Frauen, die sich die Erregung über Druck holen. Häufig können sie deswegen keinen Orgasmus mit ihrem Partner zusammen haben. Wer unter grosser Kraftanstrengung zum Orgasmus kommen muss, kann oft weder sich selbst noch den Orgasmus sonderlich gut spüren und diesen als besonders lustvoll erleben. Auf welche Weise wir uns erregen, ist angelernt und kann auch umgelernt werden. Die genussvollste Variante und der Weg zu einem ganzheitlich-ganzkörperlich erlebten Orgasmus sind gezielte, lockere und variantenreiche Bewegungen. Schnellere und langsamere Rhythmen, tiefer Atem. Gezielt geführte Beckenbewegungen aus dem Beckenbodenmuskel heraus ermöglichen eine langsame Erregungssteigerung, die den Weg zum Orgasmus genauso lustvoll sein lassen, wie den Höhepunkt selbst. (Buchempfehlungen: LIEBESLUST und MAKE MORE LOVE)

Doch zurück zu Deiner Frage und der Tatsache, dass Dein Mann auch für sich Anal-Spielzeug gekauft hat. Es kann durchaus lustvoll sein für den Mann, selbst Anal stimuliert zu werden, wegen der Prostata (dem G-Punkt der Männer). Dafür gibt es auch entsprechende Toys, die Anal eingeführt werden und von innen die Prostata massieren (z.B. der Aneros Helix Classic). Je nachdem können diese beim Geschlechtsverkehr drin gelassen werden. Anleitung für Anal- bzw. Prostatamassage mit der Hand finden sich im Internet. Doch auch ohne einzudringen, sind Berührungen rund um die Region des Anus sehr lustvoll. Mit Massieren des Damms des Mannes (der Bereich zwischen Hodensack und Anus), werden diese Nervenendigungen im Bereich der Prostata des Mannes indirekt stimuliert.

Was man im Porno nicht sieht, ist die sehr lange ausgiebige Vorarbeit, die geleistet werden muss, damit Analverkehr nicht schmerzhaft ist und auch hygienisch unbedenklich. Bevor es losgeht, braucht es Vorbereitungszeit. Viel Zeit. Der Afterschließmuskel ist sehr stark und meistens sehr angespannt. Er muss daher zuerst gelockert werden, damit er nicht verletzt wird. Wer Analsex praktizieren will, sollte sich unbedingt vorher darüber informieren. Denn er geht ein Verletzungsrisiko ein und nimmt die Gefahr von Stuhl-Inkontinenz in Kauf, weil Analverkehr gegen die natürliche Funktion des Schließmuskels arbeitet. Der Anus ist ein relativ kompliziertes Gebilde aus einem äußeren Schließmuskel, den man willentlich steuern kann, und einem inneren Schließmuskel, der nicht willentlich steuerbar ist. Nur mit dem äußeren Schließmuskel ist eine vollständige Kontinenz nicht sicher. Dazu benötigt man auch den inneren Schließmuskel, der dazu Druck aufbaut. Damit staut er die abführenden Blutgefäße, die direkt unter der Schleimhaut sitzen. Dies sichert die eigentliche „Feinkontinenz“. Verletzungen des Schließmuskels können zu Vernarbungen führen und mit der Zeit schließt der Muskel nicht mehr richtig. Auch sexuell übertragbare Infektionen sind beim Analverkehr ein Risiko, weil die Haut sehr empfindlich ist, schnell verletzt sein kann und zu bluten beginnt und weil das Sperma von der Darmwand schnell aufgesogen wird. Durch den Kontakt des Mundes mit dem Anus können ebenfalls diverse Infektionen übertragen werden. Auch der Finger im Anus ist nicht ganz ungefährlich – denn der Finger landet nach dem Anus schnell mal in anderen Körperöffnungen und so können Keime übertragen werden.

Es gibt kein Recht auf bestimme Sexualpraktiken
Sex kann in einer Beziehung rechtlich nicht eingefordert werden. Eine bestimmte Sexualpraktik schon gar nicht. Denn die körperliche Unversehrtheit und die Entscheidungsfreiheit des Individuums sind unantastbar. Sex, wie er stattfindet, muss für beide stimmen. Vor allem Männer sind manchmal in ihren Vorstellungen so sehr auf etwas Bestimmtes wie Analsex, Totalrasur, Kostüme fixiert, dass sie deswegen die Beziehung riskieren. Zum selbstverständlichen Sexrepertoire der Schweizerbevölkerung gehören laut Umfrage Vaginalverkehr (91 %), Zungenküsse (89 %), Oralsex (87 %), Petting (79 %) und Selbstbefriedigung (92 %). Analverkehr (54%) hat zugenommen.
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© by Veronika Schmidt. Publikation, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.